Unfallverhütung auf dem Drahtesel – 10 Tipps für den Alltag

Nicht nur auf unebenen Waldwegen und anspruchsvollen Trails ist ein Maximum an Konzentration gefordert. Wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist, musst du dir stets darüber im Klaren sein, das überall und zu jeder Zeit etwas passieren kann. Vor allem im Straßenverkehr ist das Unfallrisiko für Fahrradfahrer extrem hoch. In diesem Beitrag möchte ich dir 10 Tipps mit auf den Weg geben, die dir dabei helfen, den Gefahren auszuweichen und Unfälle zu vermeiden.

Tipp #1: Helm auf!

Wenn es um das Thema Helm geht, legen viele Erwachsene ein paradoxes Verhalten an den Tag. Die Kinder müssen unbedingt und ohne Diskussion einen Kopfschutz beim Fahrradfahren tragen – man selbst ist von dieser Pflicht aber scheinbar befreit. Zu unpraktisch, zu unbequem und sowieso viel zu unmodisch – die Liste der Ausreden ist lang. Dass das definitiv kein gutes Vorbild für die Kleinsten ist, dürfte sich von selbst erklären.

Interessant dazu auch das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts wonach du bei einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug eine Mitschuld bekommen kannst, wenn der Helm eine Kopfverletzung vermindert hätte. Nachzulesen beim ADFC.

Helm auf! Nicht nur auf dem Mountainbike.

Helm auf! Nicht nur auf dem Mountainbike.

Studien sind sich einig: Fahrradhelme können Leben retten. Erfreulicherweise gehen Hersteller in letzter Zeit außerdem viel mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse der Käufer ein. Helme sind mittlerweile nicht nur viel anpassungsfähiger und bequemer, sondern sehen auch viel besser aus. Die Zeit der Ausreden ist vorbei! Kauf dir einen Fahrradhelm und schütze deinen Kopf. Worauf du beim Kauf eines Fahrradhelms achten musst, habe ich in diesem anderen Beitrag schon einmal zusammengefasst. Eine Übersicht von aktuellen Modellen findest du zum Beispiel unter fahrradhelm.org.

Tipp #2: Verkehrstauglichkeit des Fahrrads prüfen

Jeder von uns hat schon einmal davon gehört, dass ein Fahrrad bestimmte Kriterien erfüllen muss, um als verkehrstauglich zu gelten. Doch nur wenige machen sich tatsächlich die Mühe, das am eigenen Drahtesel zu überprüfen. Fakt ist: Ein gut ausgestattetes Fahrrad kann das Unfallrisiko im Straßenverkehr maßgeblich verringern. Der Hauptgrund hierfür ist die verbesserte Sichtbarkeit von Fahrrad und Fahrer.

Ein verkehrstaugliches Fahrrad ist mit den folgenden Dingen ausgestattet:

  • eine umfangreiche Lichtanlage mit Vorderradscheinwerfer und Rücklicht (dynamo- oder batteriebetrieben)
  • eine laute Klingel
  • zwei voneinander unabhängige Bremsen
  • Reflektoren in den Speichen und an den Pedalen

Wenn du dich für Technik begeisterst und vielleicht eh schon einen Garmin Edge besitzt, kannst du dir auch mal das Garmin Varia Bikeradar anschauen. Abstandsradar und intelligentes Licht sorgen für mehr Sicherheit auf dem Bike.

Tipp #3: Auffällig kleiden

Doch nicht nur das Fahrrad an sich, sondern auch der Fahrer sollte verkehrstauglich ausgestattet sein. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist auffällige (möglichst reflektierende) Kleidung ein absolutes Muss. Viele Fahrradfahrer nutzen hierfür eine Warnweste, die es für kleines Geld in vielen Geschäften zu kaufen gibt. Bei schlechter Sicht durch Regen helfen auch reflektierende Regenhüllen für den Rucksack, um besser gesehen zu werden.

Die neongelben Regenhüllen sind bei Regen gut zu erkennen.

Die neongelben Regenhüllen sind bei Regen gut zu erkennen.

Tipp #4: Vorausschauend fahren

Diesen Tipp haben die meisten von uns wahrscheinlich schon in der Fahrschule gehört und verinnerlicht. Er gilt jedoch nicht nur für Autofahrer, sondern alle Verkehrsteilnehmer – also auch Fahrradfahrer. Wer vorausschauend fährt, kann Gefahren frühzeitig erkennen und entsprechend darauf reagieren.
Tipp #5: Den toten Winkel beachten

Wenn Autos und andere Fahrzeuge abbiegen und dabei einen Fahrradweg kreuzen, birgt das immer ein erhöhtes Unfallpotential in sich. Das liegt vorrangig daran, dass viele Verkehrsteilnehmer schlichtweg vergessen, einen Schulterblick zu machen. Hin und wieder verschwindet der Fahrradfahrer aber auch einfach im toten Winkel. Sei daher immer bremsbereit und überlass dem anderen zur Not die Vorfahrt.

Tipp #6: Blicke austauschen

Wenn Auto- und Radfahrer miteinander kommunizieren, dann meist durch wildes Gestikulieren. Es geht jedoch auch friedlicher. Der ADFC schreibt zu dieser Thematik:
„Radfahrer sollten immer den Blickkontakt zu den anderen Verkehrsteilnehmern suchen. Wer sich stur auf sein Recht oder das Gehör verlässt, kommt eher in gefährliche Situationen als jemand, der noch einmal gründlich überprüft, dass kein Autofahrer seine Vorfahrt missachtet.“

Tipp #7: Keine unvorhersehbaren Manöver fahren

Immer wieder kommt es zu Unfällen zwischen Fahrradfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern, weil die Radler etwas Unvorhersehbares gemacht haben. Die klassischen „Manöver“ reichen von einem abrupten Spurwechsel über spontanes Abbiegen bin hin zum Überqueren der kompletten Fahrbahn. Wenn du sicher durch den Verkehrsdschungel kommen willst, solltest du von solchen Aktionen absehen und stattdessen eindeutig fahren. Das bedeutet:

  • Halte dich an die Verkehrsregeln
  • Gib entsprechende Handzeichen
  • Gib dem anderen die Möglichkeit, die Information aufzunehmen und zu verarbeiten
  • Lass genügend Abstand

Tipp #8: Vorsicht vor lauter Musik

Musik gehört für die meisten von uns zum täglichen Leben. Wir hören sie auf dem Weg zur Arbeit oder Uni, zuhause und auch auf dem Fahrrad. Letzteres ist jedoch nicht ganz unbedenklich. Zu laute Musik verringert nämlich unser Auffassungsvermögen und sorgt dafür, dass wir entscheidende Signale überhören.
Wenn du partout nicht auf deine Musik verzichten willst, dann höre sie leise und nur über einen In-Ear-Stöpsel. Das andere Ohr sollte sich auf die Verkehrsgeräusche konzentrieren können.

Tipp #9: Selbstbewusst und dennoch defensiv fahren

Eine der goldenen ADFC-Regeln für mehr Sicherheit im Straßenverkehr lautet: „Grundsätzlich sollten Radfahrer nach außen selbstbewusst, innerlich jedoch defensiv fahren.“ Der Gedanke hinter dieser Formulierung: Strahlt nach außen Sicherheit aus und demonstriert, dass auch ihr zum Verkehr gehört. Sei trotzdem innerlich immer bereit, zu reagieren und euch auch zurückzunehmen, wenn eine Situation nicht anders gelöst werden kann.

Tipp #10: Radwege mit Vorsicht genießen

Fahrradwege sind in erster Linie den Radfahrern vorbehalten. Trotzdem sollten sie nie blindlings genutzt werden. Das Problem: Da sich die schmalen Spuren außerhalb des Sichtfelds vieler anderer Verkehrsteilnehmer befinden, werden Radfahrer hier häufig übersehen. Hinzukommt, dass etliche Wege in einem miserablen Zustand sind, häufig zugestellt oder -geparkt werden und einem Falschfahrer entgegen kommen. All das birgt zusätzliche Gefahren in sich.

Ich hoffe, dass dir diese 10 Tipps in Zukunft dabei helfen, sicher und unbeschadet durch den Alltag zu radeln.

Werbung




Hier werben?

Autor:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

«